Instrumente, Sounds und Eigenbau

Ich bin der Typ, der viele verschiedene Instrumente benutzt und sie für ihre speziellen Sounds und Spielhaptiken schätzt. Im ersten Lockdown 2020 habe ich ebenfalls angefangen zu lernen wie man ein eigenes Instrument bauen könnte und bin immer wieder am üben darin! Man sagt, man baut 10 Instrumente, bis es richtig gut wird. Ich bin erst bei Nummer 2 und mache weiter!
Dies ist eine Bass/Gitarren/Mando-Nerd-Seite für Leute, die sich überhaupt Gedanken zu verschiedenen SOunds machen und Freude daran haben. In jedem von uns MusikerInnen steckt eine kleine Gear-Slut und das ist auch okay so!

 

FENDER J-BASS

Das ist mein blauer Fake FENDER Jazz Bass! Eigentlich war er mal ganz tief blutrot und hat als mein erster edler Fretless Bass, damals vom BassLine Laden in Bern, für satte 2800 CHF zu mir gefunden! Die Farbe war too much und ich bin auch kein begnadeter Fretless Spieler geworden, aber der Bass ist auch ein paar Popaufnahmen zu hören, lustigerweise, und dann irgendwann hat mir Schreinermeister Böbu Ehrenzeller, der erste Patent Ochsner Bassist, den Body abgeschliffen und das Instrument hatte eine kurze Natur-Bio Phase. Es gibt, an einem anderen Tag und Ort, viel zu meiner Beziehung zu Fender Jazzbässen zu sagen, nur so viel hier: der Bass sollte eigentlich als Ersatz für den roten 60ties Jazzbass, den ich lange von Bänz Oester geliehen und viele Aufnahme eingespielt hatte, dienen. Also haben wir bei Better Guitars Vintage Pickups eingebaut, die Original Mechaniken und Bridge montiert und den Body in einem stahligen Blau lackiert. Die Fender Logos fehlen natürlich und vielleicht klebe ich dann mal welche verkehrterem auf, als Referenz an den Urbass aller Zeiten, nebst dem Precision Modell natürlich.
Mit dem neuen Setup gibt’s noch keine Aufnahmen, ich habe nur in den Schlussphase mit Züri West drauf geprobt und durch den ganzen Album Katalog gerockt. Und blau ist natürlich immer auch eine Grussbotschaft an Darryl Jones, bei Sting damals, Bring On The Night, unvergesslich Weltklasse!  

Hier sind also ein paar Versionen zu hören, die ich mit diesem Bass in seiner Vorversion als Fretless eingespielt habe:

1. Der Opener der White Cube Platte von F3! I love it! Orchestrale Klaviertriomusik aus der Feder von Hans Feigenwinter, mit Arno Troxler an den Drums. Da war der Jazzbass allerdings noch rot und der von Bänz Oester damals, der jetzt bei Chrigu Spahni weilt…
Aber Jazzbass bleibt Jazzbass und hat einfach den Sound der Musikgeschichte mitgeschrieben und immer mit dabei.

Schicke Mütze/Steig Auf!

by Feigenwinter 3 | White Cube

2. Ein Patent Ochsner Song, der das legendäre Pop Gitarren super classic Solo von Disu Gmünder im Abspann rausschickt!

CITRON AE-5

Wow, 2013, in meinem 40. Lebensjahr, hab ich einen entscheidenden Wechsel vorgenommen! Good Bye Fender Jazz Bass und Welcome Harvey Citron acoustic- electric 5-string Bassgitarre. Leicht hollow body, mit Piezo sowie auch magnetischen Tonabnehmersystemen drin. Harvey Citron ist der Luthier, der die Bässe für Master Steve Swallow baut und allein deshalb schon eine Legende. Ich spielte damals mit Intensiv Station (mit Alfred Vogel, John Schröder und mir) einen Gig in New York und nutzte die Gelegenheit um nach Woodstock rauszufahren, wo Harvey seinen kleinen Workshop hat. Da ich nicht wusste was ich bestellen sollte und es dann erst noch ein Jahr lang gedauert hätte, habe ich  ein Vorführmodell gekauft und es mit in die Schweiz gebracht. Es folgten lange Jahre des Umgewöhnens von der Hörgewohnheitslegende Fender zu etwas neuem. Und immer noch ist es manchmal komisch! Trotzdem spiele ich diesen Bass sehr gerne und es war auch der Startschuss ins French Tuning, will heissen eine hohe C-Saite, statt der tiefen H-Bombe.
Ich spiele auch öfters mit dem Plektrum drauf und schätze den Bariton Range, der neue Chords und sangliche Passagen ermöglicht! Mehr dazu später, erst mal die anderen Instrumente vorstellen…

Es gibt relativ viele Aufnahmen, die mit dem Citron Bass eingespielt wurden. Hier ist eine Auswahl davon:

1. Patent Ochsner: ich habe auf mehreren ihrer Alben einige Songs eingespielt, das kann man gut nachhören, aber wirklich speziell war, dass mir Büne Huber im Studio im Toggenburgerland einfach mal einen Freipass gab und mich eine Soloversion eines Ochsner Songs spielen liess und das dann auch so auf die Platte presst. Das passiert eher selten in der Studio Bass Recording Szene. Respect! Und Gruss ins Schiff! 

Finitolavoro

by Patent Ochsner | Finitolavoro - The Rimini Flashdown Part III

2. Shirley Grimes, my lovely new wife, wir spielen seit 20 Jahren zusammen und sie hat schon viele meiner Bässe miterlebt und sich die nerdigen Details dazu anhören müssen! Auf der letzten Platte habe ich dann auch wieder mal ein kurzes Basssolo platziert, welches auch schön den Range vom AE-5 auslotet. Super Text und gutes Album ganz allgemein, zusammen mit Tom Etter an den Gitarren. Enjoy:

The Kind Of Love I Want To Know

by Shirley Grimes | Hold On....!

Fender P-Bass

Wow #2, denn dieser schöne Pression Bass aus den 60-er Jahren kam wieder mal auf sehr schöne Art und Weise zu mir ins Leben!
Plattenlabelchef Hans Raymond, damals Ende 90-er besass den Bass und liehen mir für eine Aufnahme aus, was darin resultierte, dass ich ihn grad länger behalten durfte und ihm extra in Zürich einen Ersatzbass kaufte, den ich gar nie selber gespielt hatte! Ein weinroter Mix aus P- und J-Bass, ebenfalls von Fender. Wie hiessen diese Modelle schon wieder? 
Jedenfalls, bei einem der legendären Sommerfeste von Mat und Yvonne Callahan in Bern, kommt Hans zu mir und lässt mich wissen, dass er den Tausch nicht mehr rückgängig machen wird und ich den P-Bass behalten solle. Was für eine noble Geste! Vielen 1000-fachen Dank, immer wieder, dafür.

 

Bei der Maschine Züri West kommen die Klassiker der Instrumente alle zum Einsatz und so habe ich fast auf allen Songs der ‹Love› Platte von 2017 den Preci gespielt. Und auch Sam Baur’s Reisevibrafon durfte ich im Mix platzieren. Ich mag den Track aber vor allem wegen des düsteren Texts und dem fetten, langsamen Groove von Gert Stäuble, zusammen mit dem mit einem Hipshot auf D runtergestummenen Precisionbass!

MArtin Bassguitar

So ein schönes Instrument, das mich natürlich an meine Jugend mit der akustischen klassischen Gitarre erinnert und eine tiefe Weiterführung darstellt. Leider nicht ganz rein bis in die hohen Lagen, aber man kann sich damit arrangieren. Die meisten Leute spielen glaub gar nicht so hoch drauf? Jedenfalls plane ich bald einen Nachfolger davon selber zu bauen, mit gleicher Form und fünfter Saite dazu. Das Holz und die Parts dazu hab ich schon bereit. Der Martin ist auch der Nachfolger des dickeren Guild B-30, den ich früher spielte und der mir, einen Tag nachdem ich die Instrumentenversicherung gekündigt habe, weil sie mir zu teuer war, aus dem Tram in Zürich auf den Betonboden fiel und irreparabel kaputt ging! 
Den Martin spiel ich auch im An Lar Live Setup und ich habe bestimmt schon 5 verschiedene Tonabnehmersysteme drin ausprobiert und irgendwie ist nichts richtig zufreidenstellend! Im Moment ist ein magnetischer Pickups und ein Lyrics Mikrofon drin, aber das wird sich sicher wieder ändern…

 

STILL, das war eine der intensivsten Zeiten in meinem Musikerleben, inklusive dem grandiosen Scheitern einer eigenen Band!
Das ganze Album ist mit dem Martin Bass eingespielt, auch die Perkussionsparts, und ich bin immer noch von den Aufnahmen angetan. Die Musik entstand über ca 3 Jahre und ich kann immer noch jeden Ton jeder Zeit spielen, da es so langsam entstanden ist. Gruss an Dominik Huber, der seine philosophischen Texte beigesteuert und auch gesungen hat!

Für Nichts Und Niemand

by Still | Lieder Für die Meisterjahre

‹Waltz Of Life› ist ein weiterer Song einer früheren Shirley Grimes Platte, auf der ich auf dem Martin spielte und es ist ein sehr persönlicher Song über unseren Sohn Dylan, der einen schwierigen Start im Leben hatte, dafür heute um so mehr im Saft ist und kaum mehr zuhause anzutreffen ist!! Enjoy:

WEBER Mandocello

2008: ich gehe durch die Schaffhauser Altstadt und entdecke den Musikalienladen Saitensprung. Ich stöbere durch die feine Folkinstrumentenauswahl, an Banjos, Bouzoukis und Dobros vorbei und stosse als letztes auf diese wunderbar tiefe Mandoline mit den vier Doppelsaitenpaaren. Liebe auf den ersten Blick und zum Glück habe ich von unserem Hochzeitsbudget noch einen Resten, den ich da investieren könnte. Wie so oft bei meinen Equipmentkäufen, weiss ich noch gar nicht recht wo und wie ich dieses Instrument dann einsetzen werde, aber in diesem Fall wird mich das Mandocello lang und intensiv begleiten und heute kann ich sagen, dass es ein weiteres Hauptinstrument geworden ist.
Ich liebe ja auch die keltische, irische Musikkultur mit ihren hunderten von Songs und Tunes, die einem das Herz öffnen und es ist zum ersten mal etwas, wo ic auch ein schönes Mikrofon vorne dran stellen kann und zur akustischen Gilde gehören darf.
Da es in Quinten gestimmt ist, wie ein Cello eben, kann ich meine Bassreflexe nicht brauchen und muss andere Wege gehen. Das oberste Saitenpaar hab ich dann doch einen Ganzton runtergestuft, damit ich da wenigstens ein paar gewohnte Fingersätze anwenden kann und so ist es wie eine irische Bouzouki gestimmt: CGDG. 

Ein tollen Pickups ist mir, von wem sonst?, von Tom Etter eingebaut worden, der gute Bässe liefert plus ein Mikrofon dazubleiben kann. Über den Bassamp gespielt, bekomme ich einen angenehmen Druck raus. I love it, und es sollte auch zum Vorbild für meinen ersten Tenor Mando-Bass werden, den ich im ersten Lockdown 2020 angefangen zu bauen habe. 

 

 

 

Das Instrument habe ich am meisten in der Band und auf den Plakaten meiner Frau Shirley Grimes benutzt, da’s den guten Mix aus Folksound und Bassfunktion haben kann. Es kommt ja nicht tiefer als das tiefe C des Cello runter, daher hab ich live dann mit den Füssen noch einen Sinustongenerator angesteuert, der nur Low end Information unter die Harmonien legt und somit etwas statisches aber grosses in den Mix bringt.

‹Six Million Years› ist von der letzten Platte Hold On… und hat sogar ein kleines Mandocello Solo drin. Und man kann es in Action sehen, im Video von Thomas Radlwimmer, der uns im Studio besucht hat.
Super Text, super Crew mit Tom Etter und Shirley am Bodhran!

Teenage Engineering OP-1

Der kleine Alleskönner aus Schweden ist nicht nur eine Design Ikone, sondern echt auch ein kleines Wunder: er ist Sampler, Vierspur Recorder, Synth Engine, Drum Machine und Spielzeug in einer wunderbaren Mischung. Ich hab ihn immer dabei, weil er so klein ist, und er ist auf etlichen Platten im Hinter- und Untergrund zu hören. Man bekommt einfach immer ein schnelles, einzigartiges Resultat. Und er hat mega fette Bässe, die bei Züri West und Enders Room im Live Setup vorkamen. Ich durfte ihn von meinem JugendJugendSchulfreund Martin Albisetti abkaufen und geb ihn glaub nicht mehr her.

Der Nachfolger OP-Z ist noch offener im Gebrauch; nur noch als Sequenzer konzipiert, dem es egal ist, ob er Bild, Video, Licht oder Ton steuert. Die Schweden sind schon sehr hip in diesem Fall. Und in anderen auch!